Betty Nucki und Rümi - Feldhasenkinder mit glücklichem Schicksal

 

Im Februar ist Babyfeldhasen-Zeit. Bereits Ende Januar wird der erste Wurf des Jahres geboren. Bei diesen ersten Würfen waren die Helden dieser Geschichte auch mit dabei.

Betty Nucki, wegen ihrer Ähnlichkeit mit einer früheren Handaufzucht vom letzten Jahr so getauft, wurde in einer sehr kalten Nacht Mitte Februar im Grase kauernd gefunden. Irgend etwas stimmte nicht mit ihr. Sie bog den Rücken so seltsam nach unten durch und hatte Atemschwierigkeiten. Die Finderin sah sich deshalb veranlasst, das kleine, neu geborene Feldhasenbaby mit nach Hause zu nehmen.

Ich vermute, dass Betty Nucki einen Schlag von oben, z. B. mit einer Hundepfote, abbekommen hat. Der durchgebogene Rücken schien zu schmerzen, die Lunge war wohl geprellt. Betty Nucki erhielt deshalb in den Folgetagen Schmerzmittel und - da sich leider eine Lungenentzündung entwickelte - auch Antibiotikum (Baytril). Zum Glück schlug das Antibiotikum an und Betty ging es tagtäglich besser.

Rümi wurde mir am auf den Fundtag von Betty Nucki folgenden Samstag von einem Polizisten gebracht. Eine Katze hatte den Kleinen als Opfer auserkoren. Erfreulicherweise hatte auch dieser kleine Kerl keine ernsthaften Verletzungen zurück behalten, so dass er sich von seinem Schreck und den Schmerzen schnell erholte.

Betty Nucki und Rümi freundeten sich bald miteinander an. Da ich bereits ganz zu Anfang des Monats zwei weitere Feldhasenbabys, Mutzelchen und Knurri, von einem jungen Studenten übergeben bekam (sie hatten sich in den Innenhof einer Studentenunterkunft verlaufen und fanden nicht wieder hinaus, das Muttertier erschien auch nach Dunkelheitseinbruch leider nicht), tummelten sich bei mir nun insgesamt 4 Feldhasenbabys, die ich zunächst täglich mit auf Arbeit nehmen musste, um die regelmäßige Milchfütterung zu gewährleisten.

 

Betty Nucki, Mutzelchen, Rümi und Knurri werden für den Weg zur Arbeit in eine Transportbox gesetzt:

 

 

Feldhasenbabys dürfen keine frische oder H-Kuhmilch, keine Kondensmilch, keine Sahne und keine flüssigen Fette gefüttert bekommen. Das verursacht lebensbedrohliche Durchfälle. Feldhasenbabys erhalten eine spezielle Katzenaufzuchtmilch. Leider habe ich mit den Milchsorten aus Zoohandlungen, welche speziell für Katzen entwickelt wurden, keine guten Erfahrungen gemacht. Sie taugen nur zur kurzfristigen Notversorgung am Anfang. Dann sollte man auf ein feldhasenverträgliches Produkt umsteigen. Wir verwenden aufgrund der gemachten Erfahrungen nur noch die sehr gut verträgliche Astorin Kätzchenmilch von Almapharm.

Kleine Feldhasenbabys benötigen von Anfang an auch ein entsprechendes Grünfutterangebot, also Gras, Wiesenkräuter und gutes, frisches Heu.

Kommen Feldhasenbabys zu nicht sachkundigen Pflegern, bedeutet dies aufgrund der extremen Empfindlichkeit meist ihren Tod.

Feldhasenbabys sind überhaupt nicht als Spieltiere für Kinder geeignet, da ihre Knochen leider eine sehr hohe Bruchneigung haben.

Mutzelchen, Knurri, Rümi und Betty Nucki hatten Glück, zur Aufzucht zu einer feldhasenkundigen Person zu kommen. Sie sind innerhalb der letzten Wochen auch schon ziemlich gewachsen und besonders Betty Nucki tut sich durch einen sehr großen Appetit hervor. Als einziges der vier Babys beherrscht sie das Saugen am Milchspritzchen perfekt. Die anderen drei schlabbern ihre Milch, sie saugt sie gierig und in Sekundenschnelle ein. Betty Nucki schafft es auch, unglaubliche Mengen an Milch zu vertilgen.   :-)

 

Betty Nucki und Rümi warten auf ihre gute Astorin Kätzchenmilch:

 

Noch wird es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die Feldhasenkinder alt genug sind, in ein rundum ein- und ausbruchsicheres Gehege für die Auswilderungsphase umzuziehen. Aber irgendwann ist es soweit. Die Auswilderungsphase ist deshalb so wichtig, weil die kleinen Feldhäschen durch die Handaufzucht zu arglos und zahm werden. Draußen müssen sie erst wieder lernen, Fressfeinde zu meiden und vor allem auch dem Menschen (Jäger) davon zu laufen. Für die Auswilderung von Feldhasen-Teens benötigen wir heuer ein neues Gehege, am alten Freilauf hat bereits der Zahn der Zeit oder besser der Zahn der Feldhasen-Auswilderungskandidaten genagt.   ;-)

Für eine entsprechende Spende zum Neubau wären wir sehr dankbar. Überhaupt benötigen wir noch mehrere neue Volieren und Gehege, die wir in den Gärten der Familienmitglieder und Freunde aufstellen dürfen. Auch hierfür werden Spenden dringend benötigt. Wir würden uns ebenso auch sehr über Spenden von Almapharm Astorin Kätzchenmilch (erhältlich in Internet-Futtermittel-Shops oder in ebay) freuen, denn das sehr gute Milchprodukt ist wegen der hochwertigen Zutaten wie Immunglobulinen und Lysin natürlich nicht billig.

 

Susanne Wicht

 

Fortsetzung:

 

.... und hier kommen die neuesten Fotos vom 12.03.2014:

 

Der kleine Rümi leckt sich die Lippen - so lecker ist frische Petersilie...

 

Betty Nucki frisst auch gern Petersilie - Mutzelchen schaut Betty Nucki zu...

 

... entscheidet sich dann aber lieber für frisches Gras:

 

 

... und hier zeigt Mutzelchen stolz, wie lange seine Ohren geworden sind:

 

 

... und ein Foto von Knurri folgt noch, das ging in den Weiten des Netzes leider verloren... ich muss die Fotos leider immer erst von Handy zu Handy als MMS verschicken, damit mein Freund Michael die Bilder auf PC übertragen und dann mailen kann. Technik!

 

Hier kommen auch die restlichen Bilder... leider ist die Qualität der Handy-Schnappschüsse von Mal zu Mal schlechter, da mein altes Handy insgesamt kaum noch tauglich ist. Es fällt schon halb auseinander, und die Fotos der Handy-Cam werden immer milchiger, die Farben immer blasser... Vielleicht hat jemand ein gebrauchtes, funktionstüchtiges Nokia C 5 oder ein Nokia Asha 300 übrig und mag es mir schenken? Wir brauchen jeden Cent für die Tiere, da sind neue Handys oder gar Smartphones ein nicht finanzierbarer Luxus. Auch eine funktionstüchtige gute Digitalkamera wäre nicht verkehrt, mit ihr könnte ich richtig schöne Fotos für diese Homepage knipsen. Sollte sich jemand finden, der ein Nokia Lumia spenden kann, wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Es hat eine sehr gute Kamera, die laut Werbung mit professionellen Digitalkameras durchaus mithalten kann!

 

Knurri und Betty Nucki chillen in ihrem Schlafhäuschen: So schön ist es, miteinander zu kuscheln...

 

Knurri auf dem Weg zum Milchnapf, man erkennt ihn an seinem weißen Fleck auf der Stirn:

 

Knurri schaut aus seinem Schlafhäuschen heraus (im Nachbarhäuschen sitzt Rümi):

 

Mutzelchen liegt faul herum (er bekommt zu den langen Ohren jetzt auch lange Läufe):

 

Hier die Vierer-Gruppe am 17.03.2014 - Betty Nucki tanzt wieder mal aus der Reihe:

 

Nochmal alle vier auf einen Haufen... leider sehr unscharfe Bildqualität der alten Handy-Cam:

 

Neue Fotos von der hübschen Rasselbande gibt´s demnächst hier! Einfach immer wieder mal reinschauen!

Als nächstes steht der Umzug in ein größeres Gehege bevor. Denn Feldhasen benötigen viel Platz zum Springen, damit ihre Muskulatur nicht verkümmert. Dieses Gehege werden sie bewohnen, bis sie das Alter für die Auswilderung besitzen.

Mit Erreichen der Selbstständigkeit werden sie in ein paar Wochen in das sogenannte Auswilderungsgehege umziehen, das wir kurzfristig noch neu bauen müssen. Wie oben bereits geschildert, ist das alte leider ziemlich zernagt und daher nicht mehr ein- und ausbruchssicher. Das können wir wegen des Sicherheitsrisikos (Fuchs, Marder) leider nicht mehr verwenden. Wir benötigen für das neue Teil dringend Geld- oder Materialspenden in Form von Volierendraht (nicht Hasen-Wabendraht) und von vielen 6x6 cm Kreuzrahmen mit 2 Metern Länge sowie viele 6 cm-Holzverbindungs-Winkel und Scharniere, Sturmhaken und Vorhänge-Schloss-Riegel, am besten Sicherheitsriegel.

Fortsetzung vom 21.04.2014:

Die Feldhasenkinder sind mittlerweile in die Außenvoliere umgesiedelt. Ich hoffe, dass wir in den kommenden Tagen Fotos machen können, denn übel zugerichtete, mit dem Luftgewehr von gnadenlosen Taubenhassern abgeschossene Tauben mit infizierten Schusswunden und ein von einem gar nicht gut erzogenen Hund fast getötetes Feldhasenbaby hielten mich fast rund um die Uhr auf Trab und verhinderten so das große Foto-Shooting mit Mannis Digitalkamera. Mittlerweile sind alle Patienten außer Lebensgefahr (und ich dafür klinisch tot), aber ich bin tagtäglich entsetzt darüber, wie gleichgültig oder auch wie hasserfüllt Menschen gegenüber Tieren eingestellt sein können. Die Taubenhasser unterliegen einem permanenten Irrglauben, dass frei fliegende Tauben Menschen Krankheiten übertragen könnten (zeigen Sie mir bitte die Statistik, welche die Fälle von Krankheitsübertragungen von Stadttauben auf Menschen dokumentiert!) und einige Hundehalter erlauben ihrem Liebling alles, ohne Rücksichtnahme auf andere Menschen und Tiere. Die Dame, welche den schwer verletzten kleinen Feldhasen bei Kollegin Füllgraf für mich abgegeben hatte, war immerhin noch so nett, das Tier in sachkundige Hände weiter zu geben. Nachdem ihr eigener Hund den Schaden angerichtet hatte, wäre es im haftungsrechtlichen Sinne allerdings durchaus gerechtfertigt gewesen, dass sie auch die Kosten für den Tierarztbesuch im Notdienst (Mittwoch nachmittags) übernommen hätte. Nein, nichts dergleichen war von ihr zu vernehmen. Sie verschwand in der Versenkung.

Nun hoffe ich auf ruhigere Tage, um schöne Bilder machen zu können. Nachdem niemand auch nur ein einziges Schlafhäuschen für meine Kids spenden wollte, war ich selbst bei Fressnapf und holte dort für die Auswilderungsvoliere zwei schöne Holzhäuser mit dem vielversprechenden Namen "Wohlfühlhaus Großglockner" mit zwei Eingängen und Rampe für je 30 Euro. Im nächsten Leben werde ich Häusle-Bauer und lebe von meinen Einnahmen in Saus und Braus.  ;-)

27.04.2014:

Nachdem das Foto-Shooting mit Mannis Kamera buchstäblich ins Wasser gefallen ist (es goß leider in Strömen) und meine alte Handy-Kamera wirklich kaum noch brauchbare Bilder liefert, hier wenigstens zwei der Fotos von der Außenvoliere, die ich mit dem alten Ersatz-Handy geknipst habe:

 

 

Bild oben: Einer der Feldhasen-Teenager versteckt sich in seinem Schlafhäuschen, während auf der anderen Seite der Trennwand der Doppelvoliere ein zweiter neugierig herüber schaut.

Bild unten: Zwei Auswilderungs-Feldhasen im Heu vor dem Volierengitter. Aber wer ist wer? Würden Sie die kleinen Mäuschen von damals noch erkennen?

 

 

(Auflösung des Rätsels: Im Häuschen sitzt Mutzelchen, auf der anderen Seite der Voliere schaut Betty Nucki, wie man an die leckeren Ahorn-Blätter heran kommt... Aber Betty Nucki, geh doch einfach durch die Zwischentüre hindurch, statt hinter dem Gitter zu stehen wie der Ochs vorm Berg... und auf dem unteren Foto sitzt Betty Nucki und Rümi läuft gerade zu ihr hin)

 

Im Monat Mai war eigentlich die Auswilderung geplant, fiel aber buchstäblich ins Wasser: Bei Kälte regnete es eigentlich fast täglich. Mehrere Stürme und Gewitter zogen über uns hinweg. Kein Wetter, um Tiere auszuwildern. Das gilt übrigens für alle Auswilderungskandidaten, nicht nur für die Pelzträger, sondern auch für die gefiederten Freunde. So mussten wir uns bis Juni gedulden...

Am 08.06.2014 bei strahlendem Sonnenschein war es soweit: Das Volierentürchen ging auf und unsere ehemaligen Babys starteten in die Natur. Mutzelchen sprang vor lauter Aufregung fast in meinen Gartenteich. Ach du Schreck! Ich bange und hoffe, dass ihnen in der Wildnis nichts geschehen wird. Hunde, Fuchs und Autos bedrohen meine Lieblinge. Nicht zu vergessen, die Jäger. Liebe Leser, Sie kennen ja den alten Spruch: Viele Jäger sind des Hasen Tod...

Nicht nur wir sind in Sorge wegen all der Gefahren, die draußen lauern, sondern auch Rümis große Liebe, das Stallkaninchen Pusteblume. Sie wollte eigentlich mit, aber ein Haustier kann und darf man nicht in der Natur aussetzen, da es keine Überlebenschance hat. Nun hofft Pusteblume, dass Rümi sie besuchen kommt, denn mit niemand kann man so schön kuscheln wie mit Rümi...

 

Hier das Beweisfoto für eine außergewöhnliche Liebe zwischen der jungen Deutschen Riesenschecken-Häsin Pusteblume und ihrem Freund, dem Handaufzucht-Feldhasen Rümi:

 

 

Die Aufzucht  unserer Feldhasenkinder (wir haben noch einige andere, jüngere) hat uns bisher ca. 800 Euro Kosten für die Milch und das hochwertige Kräuterfutter verursacht. Eine einzige Dose Astorin mit 500 g kostet 27 Euro. Dankenswerterweise hat uns die Fa. Almapharm sechs Dosen der Milch gespendet, so dass wir in den nächsten vier Wochen gut versorgt sind. Wir verwenden die Astorin Kätzchenmilch auch für Eichhörnchen- Mäuse-, Bilch- und andere Babytiere, da sie gut verträglich ist und die wichtigen Immunglobuline enthält. Über weitere Astorin-Spenden unserer Leser und Tierfinder würden wir uns sehr freuen, denn auch die sechs Dosen sind spätestens Ende Juni aufgebraucht. Die Astorin Kätzchenmilch von Almapharm gibt es z. B. in ebay oder beim gut sortierten Tierarzt. Ihr eigener Tierarzt kann das Aufzucht-Milchpulver auch über den Großhandel bestellen.

Die Voliere, in der die Feldhasen wohnten, wurde von einem Volieren-Hersteller aus Aluminium für uns gebaut und kostete 1.100 Euro. Die Voliere wurde aus Privatmitteln finanziert. Spenden gab es hierfür leider keine. Die Voliere soll vergrößert werden. Vielleicht findet sich ja doch jemand, der ein Herz für Wildtiere hat...

 

Susanne Wicht